Das naturwissenschaftliche Argument für Tierrechte

Vortrag von Dr. Dr. Martin Balluch an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

10. Dezember 2008

 


Die so genannte "exakte" Naturwissenschaft bietet einerseits zwar die Möglichkeit zum Konsens über reale Fakten, andererseits scheint sie aber zur Ethik wenig beitragen zu können, da ja nicht vom Sein auf ein Sollen geschlossen werden kann. Der wesentliche Grund, warum die Naturwissenschaft in der Ethik so wenig Rolle spielt, dürfte in dem Umstand liegen, dass sich das Bewusstsein und damit die Fähigkeit zu werten, bisher der naturwissenschaftlichen Behandlung entzogen hat. Es wird daher versucht, diese naturwissenschaftliche Erfassung von Bewusstsein bestmöglich durchzuführen. In dieser Weise erhalten wir Kriterien, anhand derer festzustellen ist, ob ein Wesen selbst ein eigenes subjektives Wertesystem hat. Da sich dabei auch zeigt, dass die Fähigkeit selbst werten zu können notwendig impliziert, die elementaren Voraussetzungen für das Wollen positiv zu bewerten, lassen sich so kategorische Werte entwickeln, die über rein subjektive Werte hinausgehen. Auf diese Weise erhalten wir eine rational begründete deontologische Ethik, die keinen Rekurs auf Axiome oder Glaubensdogmen nehmen muss.

www.ag-tierethik.de