‚Tierisches Leibsein' als subversive Strategie in der zeitgenössischen Kunst
Vortrag von Dr. Heike Fuhlbrügge an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
21. November 2007
Das Tier ist eines der wichtigsten Motive in der zeitgenössischen Kunst. Sein Symbolwert der vergangenen Jahrhunderte hat sich aufgelöst in postmoderne Tierbilder und ironische Metaphern. Welche Sichtweisen auf das Tier sind in den verschiedenen künstlerischen Positionen zu finden, dienen sie weiterhin als Residuum einer vita activa? Häufiges Motiv ist das der ‚Einverleibung':
Der Düsseldorfer Künstler Joseph Beuys behauptete beispielsweise von sich, dass er ein Hase sei, Oleg Kulik lief in einer Aktion, nackt als Hund an der Leine geführt und die junge britische Künstlerin Edwina Ashton trägt Tierverkleidungen vom Schaf. Subversiv scheint die anthropozentrisch geprägte Sichtweise der differentia specifica auf das Tier, einer neuen Strategie gewichen zu sein.