Tierschutz und Wissenschaft Hand in Hand: Das 3R-Prinzip
Vortrag von PD Dr. med. vet. Dr. habil. Franz P. Gruber an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
29. November 2006
Einleitend werden die Versuchszwecke und die aktuellen
Tierzahlen zum Thema Tierversuche besprochen: Tierzahlen sind auch
Ansichtssache.
Was können wir tun, um die Tierversuche zu reduzieren? Wir können z. B. an
das Mitleid appellieren oder wie PETA öffentlich demonstrieren, wir können
aber auch auf Alternativen hinweisen und das 3R Prinzip von Russell und
Burch (1959) verfolgen: Replace, Reduce, Refine. In vielen nationalen
Gesetzgebungen und schon in der EU-Richtline 86/609 wird auf die
Notwendigkeit hingewiesen, vor Beginn eines Tierversuchs zu prüfen, ob es
Alternativen gibt. Aber auch die Wissenschaftsorganisationen haben
mittlerweile das 3R-Prinzip entdeckt. Die ESF (Europäische
Wissenschaftsgesellschaft) verlangt von ihren nationalen Gesellschaften (in
Deutschland ist die DFG, in der Schweiz der Nationalfonds) das 3R-Prinzip zu
fördern. In der Schweiz geht die Forderung der Wissenschaftsgemeinschaften
so weit, Wissensverzicht zu üben, wenn für schwer belastende Versuche noch
keine Alternative gefunden wurde.
Es werden Beispiele für Alternativen gezeigt, sowohl für Replacement wie
auch für Reduktion und Refinement: Erkennen von Erbschäden, die HET-CAM in
der Tumorforschung, der protektive Antikörper bei der Impfstoffprüfung, die
Polio-Maus, QSAR-Techniken, der Fischei-Test und humane Endpunkte.
Abschließend wird appelliert, nicht nur in der Forschung sondern auch in der
akademischen Ausbildung bereits auf die Möglichkeiten von Alternativmethoden
hinzuweisen und so viele wie möglich davon in die Laborarbeit einzubeziehen.
Beispiel: Doerenkamp-Zbinden Lehrstuhl für Alternativen zum
Tierversuchsersatz an der Universität Konstanz.